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09.01.2018 14:32 Alter: 218 Tage

"Klar erkennbares, schlüssiges Gesamtkonzept"


Sophie und Alexander Berger, Mitglieder der Gemeinschaft Schwarmstedt (Kgr. Fallingbostel), haben den Landeswettbewerb "Grüne Hausnummer 2017" der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN) gewonnen. Für die Sanierung ihres Fachwerkhauses aus dem Jahr 1896 mit weitgehend ökologischen Baustoffen erhielten sie Ende November den ersten Preis. 

"Die Sanierung ist ein besonders gelungenes Beispiel dafür, wie traditionelle Häuser in Niedersachsen auf einen modernen Stand gebracht werden können", lobte KEAN-Geschäftsführer Lothar Nolte in seiner Laudatio. Das klar erkennbare, schlüssige Gesamtkonzept aus umweltfreundlicher Anlagentechnik und zum Gebäude passender Dämmweise mit ökologischen Baustoffen habe die Jury überzeugt. 

Insgesamt setzte sich das Ehepaar gegen  173 Grüne Hausnummern durch, die in Niedersachsen von Herbst 2016 bis Herbst 2017 für besonders energiesparendes Sanieren und Bauen vergeben wurden. Im Verlauf des Wettbewerbs , so Nolte, habe sich gezeigt, "wie viele Möglichkeiten es gibt, das eigene Haus energieeffizient zu gestalten. Verschiedene Techniken, Dämmstoffe und Vorgehensweisen ermöglichen Lösungen für viele verschiedene Arten von Gebäuden und verschiedene Anforderungen der Besitzer. 

Das über 100 Jahre alte Gebäude in Essel, einem Dorf im niedersächsischen Landkreis Heidekreis, stellte sich im Jahr 2009 als schwerer Sanierungsfall dar. Sophie und Alexander Berger ließen sich nicht abschrecken, denn für sie war klar, sie wollten kein Haus "von der Stange", sondern einen individuellen Ort zum Leben. Das Ehepaar war sich einig, dass das Haus mit natürlichen Materialien saniert und vieles wiederverwendet werden sollte. Überwiegend in Eigenleistung entkernten die beiden das Gebäude und verwendeten brauchbare Materialien wieder.  „Wir wollten einen überdurchschnittlichen energetischen Standard des Hauses erreichen, uns weitgehend mit regenerativer Energie versorgen und von gesunden Materialien umgeben sein“, erläutert Alexander Berger die Entscheidung.

Herzstück des Gebäudes ist ein 1.000 Liter Pufferspeicher als Teil der regenerativen Wärmeversorgung im Hause Berger. Der Speicher wird aufgeheizt durch Solarkollektoren und einen wassergeführten Holzofen in der Küche. Dieser wärmt in der Übergangszeit zudem Diele und Küche. Wenn es sehr kalt wird, liefern Erdwärmekollektoren, die weitläufig auf dem Grundstück verlegt wurden, die nötige Energie. Sie wird über eine Wärmepumpe dem Pufferspeicher zugeführt und versorgt die Fußbodenheizung. „400 Euro für die Heizung des ganzen Hauses pro Jahr“, freut sich Alexander Berger.

Die Frage, ob sie sich rückblickend noch einmal für die Sanierung eines Fachwerkhauses entscheiden würden, stellt sich für Berger nicht. "Wir wollten uns hier niederlassen und dafür hat sich die Arbeit gelohnt", meint er. Dass sich das Ehepaar und ihre beiden Söhne in diesem Haus wohl fühlen, spürt man in jedem Augenblick. In diesem alten Fachwerkhaus wird gewohnt und gelebt auf rund 300 Quadratmetern, davon 90 vermietet.