Warum nicht mal Chili selbst züchten?

Eckhard Freuwört geht einem - im wahrsten Sinne des Wortes - "scharfen Hobby" nach. Zusammen mit Ehefrau Gudrun züchtet das Vorstandsmitglied der Gemeinschaft Lauenau (Kgr. Dei-ster-Sünteltal) seltene Chili-Sorten. Regelmäßig lädt das Paar Freunde und Nachbarn zum Meinungs- und Erfahrungsaustausch ein, mit denen es sein Hobby teilt.
"Chilizucht ist unglaublich vielseitig und wirklich nicht schwer zu praktizieren. Ein paar Samen in die Erde, regelmäßig gießen und abwarten - schon sieht man schöne Ergebnisse", schwärmte Freuwört auf der Baumesse B.I.G. in Hannover ( s. NdsInfo 03/2019).
Wer die Zucht allerdings professionell angeht, wie Freuwört, muss einige Dinge beachten. Woher bekomme ich gutes Saatgut? Welche Erde vertragen sie und wie kann ich Chilis in der Wohnung züchten? Wann sollte eine Chilipflanze beschnitten werden? Wie oft müssen Chilis gegossen werden? Viele Praktiken sind altbewährt und leicht in Erfahrung zu bringen (z.B. im Internet), andere dagegen lernt man nur durch eigenes Ausprobieren.
Wie Peperoni oder Paprika gehören Chili zur Capsicum-Familie. Sie unterscheiden sich in Form, Größe, Farbe und - ganz wesentlich - im Schärfegrad (0 bis 10+). Die Schärfe wird durch Capsaicin und Capsaicinoide hervorgerufen. Gemüse- und Spitzpaprika sind frei davon (Schärfegrad 0) im Gegensatz zu Jalapeno-Chili (Schärfegrad 3), bekannt vom "Mexiko-Burger" oder "Tabasko"-Chili (Schärfegrad 4-5). Kerne enthalten kaum Schärfe, umso mehr jedoch die Scheidewände im Schoten-innern, da dort die Capsaicindrüsen sitzen.
"Dieses Hobby begeistert uns rund ums Jahr, schenkt viel Freude und Entspannung", sagt Freuwört. Gern tauscht er sich mit Gleichgesinnten aus. Als Chemiker warnt er jedoch vor dem Umgang mit extrem scharfen Hochzuchtsorten (Schärfegrad 10+), aus denen beispielsweise "Pfefferspray" gegen Wildtiere oder Tränengas der Polizei gewonnen wird. Sie können gesundheitliche Reaktionen bis hin zu Bewusstlosigkeit hervorrufen.
Trotz der Risiken sei er mit Begeisterung dabei. Denn, so Freuwört, "Chilis sind urgesund! Sie enthalten 40mal soviel Vitamin C, wie eine Orange, fördern die Durchblutung, wirken gegen Thrombose und beugen Erkältungskrankheiten oder Migräne vor".

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