Wahlprüfstein "Energie"

Die Energiewende erfordert weit größere Anstrengungen als die bisherigen Maßnahmen. In Deutschland werden nur knapp acht Prozent des Gesamtenergiebedarfs durch erneuerbare Energien produziert. Welche Maßnahmen planen Sie, diesen Anteil zeitnah zu erhöhen?

SPD:

Um die Energiewende und den Umbau zu einem klimaneutralen Niedersachsen voranzubringen, müssen Planungs- und Genehmigungsverfahren – etwa im Bereich der Windenergie – beschleunigt werden. Die Möglichkeiten des Investitionsbeschleunigungsgesetzes für den Bereich der Justiz werden wir nutzen und in der Verwaltungsgerichtsbarkeit zusätzliche besondere Spruchkörper bilden, in denen die Rechtsgebiete des Planungs- und Genehmigungsrechts zusammengefasst werden. Wir setzen uns dafür ein, dass Kommunen und die Bevölkerung am Ausbau der erneuerbaren Energien partizipieren können. Dies schafft Akzeptanz und Wertschöpfung vor Ort. Wir werden uns auf Bundesebene dafür einsetzen, dass die Rahmenbedingungen für Formen der Bürgerenergie und Energiegenossenschaften verbessert und die Möglichkeiten der kommunalen finanziellen Beteiligung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erweitert werden. Wir haben uns im Niedersächsischen Klimagesetz das Ziel gesetzt, den Energiebedarf des Landes bis 2040 bilanziell aus 100 Prozent erneuerbaren Energien zu decken. Deshalb werden wir das Ausbauziel für Photovoltaik (PV) auf mindestens 65 Gigawatt, davon 35 Gigawatt bis 2030, ausrichten – wir planen mit 50 Gigawatt auf Dächern und 15 Gigawatt Freiflächen-PV. Dies erfordert einen jährlichen PV-Zubau von deutlich über 3 Gigawatt Leistung.Den Windenergie-Ausbau werden wir wieder beschleunigen. An Land sollen mindestens 30 Gigawatt Leistung installiert werden. Hierbei werden wir insbesondere das Repowering alter Anlagen vorantreiben. Kapazitäten für Windenergie auf See werden wir auf mindestens 20 Gigawatt bis 2030 und 40 Gigawatt bis 2040 steigern.

Um diesen Zubau realisieren und gleichzeitig dadurch volkswirtschaftliche Effekte erzielen zu können, werden wir dazu beitragen, eine PV-Produktion in Niedersachsen aufzubauen. Wir streben die Produktion von PV-Modulen in Niedersachsen entlang der gesamten Wertschöpfungskette an. Unser Land verfügt beispielsweise mit dem Institut für Solarenergieforschung (ISFH) über eine international anerkannte Forschungs- und Entwicklungseinrichtung in der Zellforschung für PV-Module. Hierdurch stärken wir Beschäftigung durch „Gute Arbeit“ in einer Zukunftstechnologie.

GRÜNE:

Wir wollen den Turbo bei den Erneuerbaren Energien einlegen, um unsere Abhängigkeit von immer teurer werdenden Öl, Gas und Kohle zu beenden. Dazu werden wir die Windenergievorrangflächen im Land von 1,1 auf 2,5 % mehr als verdoppeln und Offshore-Windenergie bis 2030 vervierfachen. Wir wollen auf allen geeigneten Dächern Solaranlagen und auch Freiflächen-PV und Agri-PV mehr ermöglichen. Hinzu kommt ein massives Energiespar- und Effizienzprogramm im Gebäudebestand.

Die Landesverwaltung geht voran und wird bis 2030 klimaneutral. Dazu beschleunigen wir die energetische Sanierung der landeseigenen Gebäude und stellen auf klimafreundliche Beschaffung um. Auch die Stromproduktion in Niedersachsen wollen wir bis 2030 vollständig auf Erneuerbare Energien umstellen. Bis 2035 wollen wir den klimaneutralen Umbau der Wärmeversorgung, Mobilität und Industrie so weit vorantreiben, sodass die Energieversorgung 100% erneuerbar ist. Mit dem Niedersachsenfonds und der neuen Landesgesellschaft für Wohnen und Klima wollen wir Klimaschutzanstrengungen in den Kommunen etwa bei der Gebäudesanierung finanziell unterstützen und beschleunigen. Genehmigungsverfahren müssen im öffentlichen Interesse verkürzt und so weit möglich parallel und nicht hintereinander durchgeführt werden. Die Beschleunigung der Genehmigungsverfahren darf jedoch nicht zulasten des Arten- und Biotopschutzes erfolgen. Für das Energie-Zugpferd Windkraft und die wichtige Solarenergie schaffen wir damit wieder mehr Planungssicherheit. Außerdem stärken wird die Energiewende von unten, indem wir mit einem Bürger*innenenergiefonds die dezentrale Energieerzeugung in der Hand der Menschen vor Ort unterstützen. Gemeinsam mit dem Hochlauf der Wasserstofftechnologie in speziellen Anwendungsfeldern wie der Chemie, Hochtemperaturindustrie oder im Schwerlastverkehr und Förderprogrammen für Energieeinsparung und Effizienzmaßnahmen wollen wir den Anteil an Erneuerbaren Energien am niedersächsischen Gesamtverbrauch schnell erhöhen.

CDU:

Als CDU in Niedersachsen wollen wir in der Energieversorgung neue Wege gehen. Insbesondere der Ukrainekrieg hat uns die Wichtigkeit unabhängiger Energieversorgung einmal mehr vor Augen geführt. Das Land Niedersachsen bringt für eine integrierte Energieinfrastruktur alle wichtigen Voraussetzungen und Standortvorteile mit. Den Aus- und Umbau von Strom-, Gas und Wasserstoffnetzen werden wir daher beschleunigen und vor allem bürokratische Hürden bei Planung, Genehmigung und Umsetzung abbauen.

Windkraft und Photovoltaikanlagen sind Schlüsseltechnologien für eine erfolgreiche Energiewende. Insbesondere die Möglichkeiten der Photovoltaikanlagen wurden nicht genug ausgeschöpft, weshalb wir in Zusammenarbeit mit dem Bund die Förderprogramme für den Ausbau von Photovoltaikanlagen auf privaten Gebäuden und Gewerbeimmobilien effektiver und weniger bürokratisch gestalten werden. Darüber hinaus haben wir im Niedersächsischen Klimagesetz festgelegt, dass wir mindestens 2,2 Prozent der niedersächsischen Landesfläche für Windenergie bereitstellen wollen und mindestens 0,47 Prozent für Freiflächen-Photovoltaik. Auch was Windkraft im Wald angeht, werden wir dieses Thema in der nächsten Legislaturperiode vorantreiben.

Vor dem Hintergrund einer Gaskrise, die beim vollständigen Ausbleiben russischer Gaslieferungen droht, gilt es jedoch neben der CO²-Reduzierung gleichzeitig die Versorgungssicherheit im Blick zu haben. Priorität hat, dass in Deutschland niemand in seiner Wohnung frieren muss und dass Industriebetriebe weiter produzieren können.

Auch bietet die Geothermie zur Wärmegewinnung viele Möglichkeiten. Hier werden wir die Form der Erzeugung von Energien stärker berücksichtigen, indem wir gezielt Förderprogramme für die Erkundung geothermischer Projekte in Niedersachsen auflegen und Pilotprojekte mit den Energieversorgern und der Wohnungswirtschaft auflegen.

FDP:

Es ist unumstritten, dass für eine CO²-neutrale Zukunft große Mengen erneuerbarer Energien benötigt werden. Zur Erzeugung dieser bedarf es grundsätzlich großer Mengen erneuerbarer Energieerzeuger wie On- und Offshore-Windkraftanlagen und Photovoltaikanlagen. Wir als Freie Demokraten setzen sich für einen Ausbau der erneuerbaren Energien unter Berücksichtigung der lokalen Umstände ein. 

LINKE: Der Anteil der erneuerbaren Energie muss deutlich erhöht werden. In unserem Landeswahlprogramm fordern wir deshalb ein landesweites Förderprogramm zur Wärmedämmung von Gebäuden mit nachwachsenden Dämmstoffen und eine intensive Förderung der ökologischen Energiewende bestehend aus energetischer Sanierung, Energieeffizienz und zügigem Ausbau dezentraler Energieversorgung mit Landesmitteln in Forschung und Umsetzung. Energiewende ist für uns auch Sozialpolitik. Die Förderinstrumente sind deshalb so auszurichten, dass Menschen mit geringem Einkommen nur insoweit belastet werden als sie durch geringeren Energieverbrauch Geld einsparen.

FDP:

Es ist unumstritten, dass für eine CO²-neutrale Zukunft große Mengen erneuerbarer  Energien  benötigt  werden.  Zur  Erzeugung  dieser  bedarf  es  grundsätzlich  großer  Mengen  erneuerbarer  Energieerzeuger  wie  On-   und  Offshore-Windkraftanlagen  und  Photovoltaikanlagen.  Wir  als  Freie  Demokraten  setzen  sich  für  einen  Ausbau  der  erneuerbaren  Energien unter Berücksichtigung der lokalen Umstände ein.

LINKE: 

Der Anteil der erneuerbaren Energie muss deutlich erhöht werden. In unserem Landeswahlprogramm fordern wir deshalb ein landesweites Förderprogramm zur Wärmedämmung von Gebäuden mit nachwachsenden Dämmstoffen und eine intensive Förderung der ökologischen Energiewende bestehend aus energetischer Sanierung, Energieeffizienz und zügigem Ausbau dezentraler Energieversorgung mit Landesmitteln in Forschung und Umsetzung. Energiewende ist für uns auch Sozialpolitik. Die Förderinstrumente sind deshalb so auszurichten, dass Menschen mit geringem Einkommen nur insoweit belastet werden als sie durch geringeren Energieverbrauch Geld einsparen

Soll das Land ein eigenes Förderprogramm für die energetische Modernisierung von Einfamilienhäusern aufrechterhalten? Sind dazu endlich Zuschüsse einzuführen? 

SPD:

Die Unterstützung von Maßnahmen energetischer Sanierungen sowohl bei Ein- als auch bei Mehrfamilienhäusern wird bei den ausstehenden Haushaltsberatungen sicherlich eine große Rolle spielen. Vor Beginn der nächsten Haushaltsberatungen und vor dem Hintergrund der vergangenen und gegenwärtigen Krisen können wir allerdings derzeit keine seriösen Versprechen von landesseitigen Zuschüssen abgeben.

GRÜNE:

Ja. Wir GRÜNEN bringen die energetische Sanierung voran. Das senkt CO²-Emissionen und reduziert Wohnkosten. Die vorhandenen Förderinstrumente entwickeln wir bedarfsgerecht weiter. Dazu gehören auch Zuschüsse. Das Fördermittelvolumen werden wir erhöhen und die Beratung ausbauen: Jeder Person, die energetisch sanieren will, bieten wir Unterstützung an. Um die Sanierungsrate schnell und effizient zu erhöhen, stärken wir die Möglichkeiten der seriellen Sanierung. Dabei verlieren wir die ökologischen Aspekte nicht aus den Augen. Auch bei der energetischen Sanierung setzen wir auf nachwachsende bzw. baubiologisch unbedenkliche Dämmstoffe. Wir flankieren die energetischen Sanierungen mit einem Förderprogramm zur Wärmewende, das gezielt bei unteren Einkommensgruppen ansetzt und dazu beiträgt, dass die Gesamtmieten nicht steigen. Dies bedeutet, gerade in Altbauten die stärkere energetische Sanierung oder den Austausch von Öl- und Gasheizungen gegen erneuerbare Energien so zu fördern, dass die Einsparungen bei Öl  und Gas höher sind als die Mehrkosten durch die Investition. So wird vor allem an immer teurer werdenden Heizkosten gespart.

CDU:

In der energetischen Sanierung im Bestand liegt der Schlüssel zur Erreichung der ambitionierten Klimaziele. Der Großteil des Energieverbrauchs findet in bestehenden Wohnungen statt und jeder dort eingesetzte   Euro und jede dort eingesetzte Arbeitsstunde bringen einen verhältnismäßig höheren Nutzen für den Klimaschutz und für Energieeffizienz als ein weiteres Prozent an Effizienz im Bereich des Neubaus. Hier sollten Hausbesitzer bestmöglich unterstützt werden und die bestehenden Beratungs- und Förderangebote sollten ausgebaut werden.

FDP:

Die Freien Demokraten in Niedersachsen setzen auf Intelligentes Bauen zum Klimaschutz. Wir wollen Modellprojekte alternativer Beheizung wie beispielsweise Wärmepumpen und Biowärme sowie das Recycling von Baustoffen fördern und setzen bei der Energieversorgung von Gebäuden auf Technologieoffenheit. Bei bestehenden Gebäuden wollen wir die Anreize für energetische Sanierungen erhöhen. Energieberatungen und energetische Sanierungen müssen vollständig steuerlich absetzbar sein und Letztere mit günstigen Krediten durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau gefördert werden. Bis zum Jahr 2045 soll der Gebäudebestand nahezu klimaneutral sein. Um dieses Ziel zu erreichen, benötigen wir energieeffizientere Gebäude. Niedersachsen soll sich dafür einsetzen, dass bei Wärmedämmung-Verbundsystemen weniger Styropor und mehr alternative Dämmstoffe zum Einsatz kommen. 

LINKE:

Gerade bei frei stehenden Einfamilienhäusern besteht ein großes ungenutztes Potenzial der Energieeinsparung. Landesförderprogramme sollten hier zusätzliche Anreize schaffen, um vor allem auch ältere Gebäude energetisch besser auszustatten.

Welche Bedeutung messen Sie in diesem Zusammenhang den Eigentümer:innen von selbst nutzenden Immobilien zu?

SPD:

Siehe Frage Nr. 3

GRÜNE:

Gerade Eigentümer*innen selbst genutzter Immobilien haben ein hohes Interesse an Klimaschutz ihrer eigenen Gebäude, auch weil sie von Einsparungen oder Erneuerbaren Energien direkt profitieren. Die Wärmewende gelingt daher nur mit den Eigentümer*innen auf dem Weg zur Klimaneutralität. Jedes Gebäude, das effizienter wird und zugleich über eine Dachsolaranlage Strom oder Wärme selbst erzeugt, wird benötigt. Insofern richten sich unsere Maßnahmen gerade an Eigentümer*innen mit selbst genutzten Immobilien.

CDU:

Viele Einfamilien- und Reihenhäuser sind selbst bewohntes Wohneigentum. Hier anzusetzen, stützt die o.g. Klimaschutz- und Energieeffizienzziele und sorgt für eine stetige Modernisierung im Bestand. Es ist von hoher Bedeutung, allein aus Ressourcengründen, die bestehenden Immobilien zu nutzen und nicht Leerstand auf der einen Seite zu produzieren und Wohnungsmangel in anderen Gebieten. Es ist der Wunsch der Menschen, im Eigentum zu wohnen und diesen Wunsch sollte die Politik bestmöglich fördern. Dazu müssen bestehende Förderprogramme ausgebaut werden.

FDP:

Ohne die Einbeziehung der Eigentümerinnen und Eigentümer von selbst genutzten Immobilien werden die Klimaziele nicht zu erreichen sein. Hinzu kommt, dass durch die sich abzeichnende Verteuerung von Energie davon auszugehen ist, dass sich die notwendigen Investitionen schneller "lohnen" und deshalb davon auszugehen ist, dass die Bereitschaft der Eigentümerinnen und Eigentümer steigen wird, ihre Immobilien energetisch besser aufzustellen.

LINKE:

Die Eigentümer selbst genutzter Immobilien haben natürlich ein besonderes Interesse die steigenden Energiepreise auch in der Zukunft noch bezahlen zu können. Sie haben auch die Kraft und die Ideen der Eigeninitiative, die mit öffentlich geförderter Beratung und mit gezielten Förderprogrammen unterstützt werden sollte.

Würden Sie die Zielgruppe älterer Wohneigentümer im Bestand besonders fördern wollen, um im Immobilienbestand die Energiewende zu beschleunigen bzw. die Sanierungsrate zu erhöhen?

SPD:

Wir müssen in Niedersachsen bei der Trendwende der Klimaentwicklung in ganzheitlichen Konzepten denken. Wichtig ist das Einsparungspotenzial durch Sanierungen insgesamt zu steigern. Dabei werden wir darauf achten, welche Gruppen individuelle Bedarfe haben und nach unseren Möglichkeiten bei Problemen gegensteuern.

GRÜNE:

Auf jeden Fall liegt in Altimmobilien oft das höchste Klimaschutzpotenzial und hier ist oft auch eine Umnutzung/Modernisierung sinnvoll. Die Förderung für energetische Sanierungsmaßnahmen soll unter anderem anhand von fachlichen Kriterien (Energieeinsparungspotenziale, Art des Heizsystems etc.) erfolgen, um den Gebäudebestand rasch klimafit zu machen und sämtliche Nutzer*innen von Bestandsimmobilien zu erreichen.

CDU:

Es ist wichtig, Bausubstanz zu erhalten und kontinuierlich zu pflegen, damit Häuser, die von älteren Menschen bewohnt werden, an die jüngere Generation weitergegeben werden können. Deswegen brauchen wir auch für ältere Eigentümer Unterstützung mit entsprechender Beratung, damit keine unnötigen Hürden entstehen. Dabei wollen wir auf erfolgreiche kommunale Programme wie „Jung kauft Alt“ aufbauen.

FDP:

Die Förderung älterer Wohneigentümer kann ein Instrument sein, die Sanierungsrate zu erhöhen, wir würden deshalb prüfen wollen, wie dies rechtskonform ermöglicht werden kann.

LINKE:

Gerade ältere Wohneigentümer sind bei diesen Förderprogrammen gezielt in den Blick zu nehmen. Wenn z.B. ein Einfamilienhaus, das früher von einer ganzen Familie bewohnt wurde, nur noch von zwei Personen bewohnt wird, weil die groß gewordenen Kinder ausgezogen sind, macht es Sinn den Umbau des Hauses für eine zweite Wohnung zu fördern. Das schafft zusätzlichen Wohnraum und erhöht zugleich die Energieeffizienz des Gebäudes insgesamt.

Wie stehen Sie zu einer Sanierungspflicht bzw. Pflicht zum Einsatz von regenerativen Energieversorgungen im Immobilienbestand – insbesondere bei Ein- und Zweifamilienhäusern?

SPD:

Derzeit sind keine verpflichtenden Maßnahmen geplant, die über derzeit geltende Vorgaben hinaus gehen. Auch bei vergangenen Über- und Erarbeitungen von Gesetzen haben wir stets auf eine möglichst sozial verträgliche Umsetzbarkeit geachtet. So zum Beispiel eine PV-Pflicht für Neubauten, aber nicht bei bestehenden Gebäuden.

GRÜNE:

Wir fordern eine Solarpflicht im Bestand im Zuge von umfassenden Dachsanierungsarbeiten wie in Baden-Württemberg und NRW. Außerdem wollen wir wie in Baden-Württemberg beim Austausch fossiler Heizungen einen Sanierungsfahrplan hin zu mehr Energieeffizienz und Erneuerbaren Energien zur Pflicht machen. 

Die Umstellung auf Erneuerbare Energieanlagen lohnt sich angesichts der aktuellen Preisentwicklung von fossilen Energieträgern und der aus der Energieabhängigkeit resultierenden Unsicherheiten oft schon innerhalb weniger Jahre.

CDU:

Insbesondere bei der Sanierung von öffentlichen Gebäuden müssen wir klimabewusster agieren und auf die neuesten Standards und Bedingungen achten. Die energetische Sanierung der Landesliegenschaften ist daher ein wichtiges Ziel der CDU in Niedersachsen.

Im niedersächsischen Klimagesetz haben wir festgelegt, dass das Land beispielhaft voran gehen soll und sich zur Minderung der jährlichen Treibhausgasemissionen in der Landesverwaltung bis zum Jahr 2030 um 80 Prozent verpflichtet, bezogen auf die Treibhausgasemissionen der Landesverwaltung im Vergleichsjahr 1990, und darüber hinaus die Organisation einer treibhausgasneutralen Landesverwaltung bis zum Jahr 2040 erreichen will.

Wir wollen innovative Energiekonzepte umsetzen und die Kommunen beim Einstieg in das kommunale Energiemanagement unterstützen. Die Zuschüsse des Landes für das Förderprogramm wollen wir verdoppeln. 

Es ist uns wichtig, die Verwaltungsgebäude in Niedersachsen im Rahmen von Renovierungen und Sanierungen mit Photovoltaikanlagen, einer Fassadenbegrünung und mit E-Ladesäulen auszustatten.

Des Weiteren wird es für alle gewerblichen Neubauten ab 2024 zur Pflicht, PV-Anlagen zu installieren. Diese Pflicht gilt ab 2025 auch für private Gebäude.

FDP:

Eine solche Pflicht lehnen wir ab, da sie zu sozialen Härten führen kann. Wir wollen - bei aller unbestrittenen Notwendigkeit - die Energiewende mit den Menschen gestalten und sie nicht ohne Rücksicht auf Verluste zwingen, bestimmte Vorgaben zu erfüllen.       

LINKE:

Bei Neubauten wollen wir durch Änderungen der nds. Bauordnung strengere energetische Standards einführen, also die ordnungsrechtlichen Möglichkeiten nutzen, damit die Anwendung regenerativer Energie stärker Berücksichtigung findet. Bei den bereits errichteten Gebäuden setzen wir auf Fördermaßnahmen.

Die Energiewende muss auch gerade in Niedersachsen mit der Windenergie voran getrieben werden. Wie sehen sie die wachsende Zahl von Windparkanlagen in der Nähe von Siedlungen? Bedarf es einer Erhöhung der geltend Abstandsregelungen für Windkrafträder?

SPD:

Um die gesteckten Ausbauziele zu erreichen, werden wir im Landesraumordnungsprogramm (LROP) sowie in der Niedersächsischen Bauordnung den Gestaltungsspielraum vollumfänglich ausnutzen, um die notwendigen Flächen für den Ausbau bereitzustellen. Wir sind froh, dass bereits 2020 die bis dahin geltende 1000 Meterradius-Regel abgeschafft wurde und sehen derzeit kein Erfordernis die Abstandsregelungen zu erhöhen.

Grüne:

In Niedersachsen gibt es richtigerweise keine pauschale Abstandsregelung für Windenergieanlagen. Die einschlägigen Regelwerke, wie das Bundesimmissionsschutzgesetz, regeln die Abstände anhand der jeweiligen Immissionen der Anlagen. Eine Erhöhung der geltenden Abstandsregeln ist mit uns nicht zu machen.

CDU:

Die Windkraft spielt vor allem in unserem Bundesland eine bedeutende und entscheidende Rolle für die Energiegewinnung. Den Ausbau von Offshore- und Onshore-Energieanlagen werden wir daher forcieren. Insbesondere den Ausbau von Windkraft im Wald wollen wir stärken. Wir wollen die Belastungen für die Wohnbevölkerung begrenzen und daher feste Abstandsregelungen zu Siedlungsstrukturen, nach dem Grundsatz „weg von der Wohnbebauung, rein in den Naturraum, fortentwickeln“. Bereiche, die eines besonderen Schutzes bedürfen, wie Nationalparks und Naturschutzgebiete (u.a., siehe oben), sind davon ausgenommen. Gleichzeitig bieten sich aber auch insbesondere die Waldflächen an, die durch Stürme oder Schädlinge geschwächt wurden. Die Einnahmen hieraus geben den Waldbesitzern die Möglichkeit, ihre Ertragseinbußen aufzufangen und die Wiederaufforstung zu finanzieren. Darüber hinaus wollen wir erweiterte Optionen beim Repowering nutzen, um die flächenschonende Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien zu erhöhen.

In Bezug auf die Abstandsregeln wollen wir die erprobten Vorgaben fortsetzen. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Ausbau der Windkraft derzeit siedlungsfern geschieht, wollen wir weiterhin gewährleisten, dass der Lärmschutz und auch der Schutz vor sonstigen Emissionen durch Windkraftanlagen gewährleistet bleiben.

FDP:

Wir setzen uns dafür ein, den notwendigen Ausbau erneuerbarer Energien mit einem hohen Schutzniveau für Umwelt und Menschen zu verbinden. Für den sicheren Betrieb von Windenergieanlagen gibt es bereits umfassende Regelungen. So müssen Betreiber unter anderem die Anforderungen des Bundesimmissionschutzgesetzes erfüllen. Dabei ist für uns klar, dass bei der Nutzung von Windenergie ein besserer Interessenausgleich zwischen Anwohnerbedürfnissen und Natur- und Landschaftsschutz möglich ist, weshalb wir uns für einen ausreichen-den Mindestabstand einsetzen.

LINKE:

Es gibt in Niedersachsen noch ausreichend Platz für Windparkanlagen. Man muss deshalb nicht in die Nähe von Siedlungen gehen. Z.B. ist entlang der Autobahnen noch viel ungenutzter Raum.

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